Positionspapier Digitalisierung in der Landwirtschaft

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Politische Leitplanken für eine sozial gerechte und ökologisch verträgliche digitale Landwirtschaft

Schon heute setzen viele Bauern und Bäuerinnen digitale Instrumente ein und sind grundsätzlich offen für digitale Technik. Jedoch wird der aktuelle Diskurs von der (Agrar- und Digital-)Industrie dominiert und ist eher von deren Interessen geleitet als von den Bedürfnissen von und dem Nutzen für Bauern und Bäuerinnen. Es droht dabei die Gefahr, dass das industrielle Agrarmodell einfach fortgesetzt und die menschenrechtlichen sowie Umweltprobleme sogar noch verschärft werden. Bislang sind große Fragen in Bezug auf den Zugang zu den Technologien, die Datenhoheit, den Energie- und Ressourcenverbrauch, den Schutz bäuerlichen Wissens, die Kontrolle von algorithmenbasierten Entscheidungen sowie entstehende Abhängigkeiten durch mangelnde Kompatibilität unterschiedlicher Systeme ungeklärt. Grundsätzlich fehlt ein verbindlicher und umfassender Rechtsrahmen zur Regulierung der Digitalisierung in der Landwirtschaft.

Damit eine digitale Landwirtschaft zu dem Ziel beiträgt, Hunger zu beenden, Armut zu reduzieren und die Umwelt sowie das globale Klima zu schützen, während Menschenrechte entlang der gesamten Agrarlieferkette eingehalten werden, fordern die unterzeichnenden Organisationen politische Entscheidungsträger*innen auf,

  • die Verfügbarkeit von Internet und Zugangsgerechtigkeit zu gewährleisten,
  • die Gestaltung und den Einsatz digitaler Instrumente an den Bedürfnissen von (Klein-)Bäuer*innen auszurichten,
  • Datensouveränität und Datenschutz zu sichern,
  • Konzernmacht einzuschränken und Monopolbildung zu verhindern,
  • Arbeitsrechte zu schützen,
  • planetare Grenzen zu berücksichtigen und
  • eine Vielfalt von Anbausystemen und Saatgut zu fördern.

Weitere Informationen:

Das Positionspapier „Landwirtschaft 4.0“ und der Forderungskatalog  "Digitalisierung in der Landwirtschaft"  wird getragen von folgenden 22 Organisationen: Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Agrarkoordination, Brot für die Welt, Bund Umwelt und Naturschutz Deutschland, Christliche Initiative Romero, demeter, Europäischer Verband für Wanderarbeiterfragen, Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika, Forum Umwelt und Entwicklung, FIAN, Germanwatch, Industriegewerkschaft Bauer-Agrar-Umwelt, INKOTA-netzwerk, MISEREOR, Naturland, Netzwerk Solidarische Landwirtschaft, PECO Institut, Schweisfurth Stiftung, Save our Seeds, Slow Food, Weltladen Dachverband, Zukunftsstiftung Landwirtschaft

Dieses Projekt wurde gefördert durch das Umweltbundesamt und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Die Verantwort für den Inhalt dieser Veröffentlichung liegt beim INKOTA-netzwerk e.V..

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Artikel Nr.:
HEGL_Positionspapier_01_Digitalisierung_Landwirtschaft
Schlagworte (Tags) : 
Landwirtschaft, Welternährung, Digitalisierung
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